Finanzielle Bildung von Jugendlichen

Der Sinn der finanziellen Bildung als Unterrichtsfach

Warum die Finanzielle Bildung heute vielleicht wichtiger denn je ist. Zumindest gemessen an den vielen Privatinsolvenzen!

finanzielle Bildung
Warum gibt es kein Unterrichtsfach wie finanzielle Bildung

In der Gegend wo ich wohne gibt es eine Schule und einen Kiosk. Die Kids die dort zur Schule gehen, sehe ich quasi tagtäglich, wenn sie in Ihren Pausen Naschkram oder ähnliches dort einkaufen.

Wenn ich beim Bäcker dann in der Warteschlange so warte, bekomme ich natürlich auch sehr häufig mit, worüber sie so reden.

Internet und Smartphone, Netflix sind so die häufigsten Themen oder Playstation und welche Levels mal wieder so erreicht worden sind.

Ich habe mir mal ein Herz genommen und einige Gefragt, ob Sie das Fach finanzielle Bildung in irgendeiner Form als Unterricht haben. Einige lachten und andere guckten erstmal skeptisch. Aber kurzum: Nein, solch ein Unterrichtsfach kennen sie nicht. Ich schätze deren Alter auf 14 bis 15 Jahre.
Einer fragte mich sogar, was man sich darunter vorstellen sollte.

Und ich versuchte den Begriff der Finanziellen Bildung  in kurzen Worten zu umschreiben. Also der Umgang mit Geld / Finanzen. Umgang mit Schulden. Was sind Steuern und warum zahlt man diese eigentlich? Altersvorsorge oder Investition in unternehmen.

Einer von den Jungen gab an, das er sich damit tatsächlich beschäftigt und das eine oder andere Buch dazu gelesen habe. Einer von sechs!!
Ich habe Ihn gefragt, warum er sich damit beschäftigt?
Er gab, an dass sein Vater ihn schon in frühen Jahren, ca. 7.Lebensjahr, damit konfrontiert hat. Und so habe für sich auch eine gewisse Neigung entwickelt mit Geld umzugehen.
Seine Kollegen lachten und so mancher von ihnen gab ein „STREBER“ von sich, aber er gab ganz selbstbewusst zurück, das er genau wisse, was er will und was er nicht will!

Leider mussten die Jungs und Mädels weg. Ich hätte gerne noch zeit für weitere Frage dazu gehabt. Aber jede Pausenzeit ist begrenzt.

Nun habe ich in meinem, so nenne ich es jetzt mal, erweiterten Bekanntenkreis zwei Lehrer. Und die habe ich mal per E-Mail mit derselben Fragestellung konfrontiert: Gibt es das Fach der Finanziellen Bildung beziehungsweise in welchem Ausmaß wird in den Klassen 5 bis 12 die finanzielle Ausbildung in den Lehrplan aufgenommen?

Und auch diese beiden gaben klar an, das es einen solchen Lehrauftrag so nicht gibt, obwohl sie wissen, das es in der heutigen Zeit wichtiger denn je ist.

Einzig das Thema „Schulden in Jugendzeiten“ ist in den vergangenen Jahren in den Tutorenunterricht gelegt worden. Auch weil viele Jugendliche zum Beispiel durch Werbung und vieles andere zu Schuldenmachen animiert werden. Man möchte ja mithalten können. Als Stichwort kann man hier „Handyschulden nennen.

Finanzielle Bildung beginnt im Kindesalter

Es ist sicherlich für Eltern schwieriger den eigenen Kindern etwas zu vermitteln, wovon man selber wenig Ahnung hat. Haben Eltern keinen guten Umgang mit Geld, sprich finanzielle Bildung,  werden diese sich auch schwertun den eigenen Sprösslingen den richtigen Umgang mit Geld und später den Finanzen beizubringen.

Aber das Kindesalter ist ein Bereich wo Kinder das gelehrte Wissen wie ein Schwamm aufsaugen. Sowohl im positiven als auch im negativen. Einerseits möchte man den Kindern alles mögliche ermöglichen. Von Spielzeugen bis zum regelmäßigen Besuch des Jahrmarkts oder Kino. Aber gleichzeitig entsteht für Kinder ein Gefühl von „Geld wächst auf den Bäumen“!

Das mag überspitzt klingen und sicherlich gibt es Kinder die von all dem nur wenig regelmäßig erhalten. Mir ist durchaus bewusst, das es Familien mit Kindern gibt, wo Geldknappheit an der Tagesordnung ist. Egal ob durch Arbeitslosigkeit der Eltern oder durch Löhne und Gehälter die einfach nur die Existenz absichern. Gerade hier sollten Eltern drauf drängen, dass es den Kindern später einmal besser geht als ihnen selber. Auch hier kann die schulisch unterstützte Finanzielle Bildung eminent positiv unterstützen.

Aber genau aus solchen Gründen ist mir das Thema der finanziellen Bildung so enorm wichtig. Kinder die in der Schule mit solch einem Fach konfrontiert werden, und eben auch die Schattenseiten lernen müssen, wenn man in diesem Unterrichtsfach nicht aufpasst.

Es wird immer gesagt: „Kinder passt in der Schule auf!“
Aber ein Fach wie Finanzielle Bildung welches ab der fünften Klasse jährlich aufeinander aufbaut, und somit mündige spätere Steuerzahler in die Welt entlässt, die auch verstehen, wie sich Kredite zusammensetzten und wo die Fallstricke in den Kreditverträgen befinden, belasten den Staat weniger durch Privatinsolvenzen.

Ist der Staat hier mit in der Pflicht?

Schulische finanzielle Ausbildung gibt es nicht!
Privatinsolvenz statt finanzieller Bildung?

Meiner Meinung gehört das Fach Finanzielle Bildung an den Schulen in den Unterricht und in den Lehrplan.
Wer mit Geld umgehen kann, läuft sicherlich seltener Gefahr in eine Schuldenlast zu geraten. Einfach schon deshalb, weil man verstanden hat was Geld ist, wie es arbeitet und zum Beispiel wie Banken mit Krediten unmengen an Geld verdienen.

Wenn man sich mal Statistiken der vergangenen 10 Jahre zum Thema Privatinsolvenz anschaut, müsste eigentlich jeder Politiker verstehen, das da etwas in die falsche Richtung gelaufen ist. Und wenn man sich dann noch dazu evidenzbasierte demografische Daten dazuholt, wird man auch sehen, wie jung diese Menschen in eine finanzielle Schieflage geraten, aus der sie oft nur durch die Privatinsolvenz herauskommen.

Das bedeutet aber nicht, dass sie nach einer siebenjährigen Zeit die eine Privatinsolvenz andauert, auch mit Geld hinterher umgehen können. Auch hier werden die Leute häufigst alleine mit gelassen.

Wer sieben Jahre nur auf Bedürfnissverzicht gedrillt wird um die Gläubiger zu bedienen, wird nach solch einer Zeit häufig in ein altes fehlerhaftes Konsumverhalten rutschen. Auch hier kann ein Hilfsangebot greifen, welches zum Thema hat Umgang mit Geld, Konsum und Kredite. Persè also Finanzielle Bildung!

Das kann nicht im Sinne einer funktionierenden Gesellschaft sein.

Es stellt sich abschliessend die Frage, wie man die Politik mit in die Verantwortung bringt, das eine Gesellschaft besser und gezielter mit Geld umgehen kann. Dies kann nur ein Anteil der schulischen Ausbildung zum Thema Finanzielle Bildung erreichen.

Dann bräuchte man auch nicht so oft mit erhobenen mahnende Zeigefinger auf die drohende Altersarmut in der Rente hinweisen.
Dann würde nämlich jeder und jede schon in der zehnten Klasse verstanden haben, wie man gezielt Vermögen aufbaut um dann entspannt ohne ohne Angst in die Rentenzeit gehen kann.

Aber vielleicht ist das auch gar nicht, oder noch nicht im Interesse der Politiker! Erstmal ist ja scheinbar die Digitalisierung der Gesellschaft das wichtigste überhaupt. Was auch immer Digitalisierung dann meint?

Finanzielle Bildung von Jugendlichen
Finanzielle Bildung von Jugendlichen an Schulen gibt es so nicht! Warum wird die finanzielle Ausbildung von Jugendlichen überhaupt nicht gefördert?

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